Im Rahmen des China-Swiss Fintech Forums in Zürich hatte Crowd4Cash die Gelegenheit, den Ausführungen von Carl Yeung, CFO der zweitgrössten Peer-to-Peer Plattform in China Qudian, zu lauschen. Diese Plattform ist an der Nasdaq mit über 5.3 Mrd. USD Börsenkapitalisierung kotiert. Der chinesische Markt ist mit 1.4 Milliarden potentiellen Kunden scheinbar ein optimaler Platz für Peer-to-Peer Lending. Aber bereits die Zahl von Kreditkartenbesitzern ist mit 200 Mio. um einiges geringer. Wenn man bedenkt, dass die Arbeiterklasse von über 600 Mio Menschen in China weniger als 600 USD im Monat verdient, verwundert dies nicht besonders.
Der Siegeszug des Peer-to-Peer Lendings
Wieso konnten sich die Peer-to-Peer Lending Plattformen im Reich der Mitte gegen eine starke und vielseitige Bankenwelt durchsetzen? Das Erfolgsrezept ist Effizienz und Erschliessung neuer Kundengruppen. Während es sich für chinesische Banken nicht lohnt, Kredite von 100 – 150 USD zu vergeben, können die Fintech Unternehmen durch eine hohe Effizienz und innovative Geschäftsmodelle Kredite günstig abwickeln. So kostet Qudian die Generierung und die Abwicklung eines Kredites durchschnittlich weniger als 2 USD.
Banken und Fintechs
Die Peer-to-Peer Unternehmen und die Banken in China stehen in einer Ko-Existenz zueinander. Die Ergänzung durch die Peer-to-Peer Unternehmen ermöglicht einer breiten Bevölkerungsschicht in China erstmals den Zugang zu Krediten. Das führt zu einer Ausweitung der Kreditmenge und somit nicht zu einer Verdrängung eines der Modelle.
Peer-to-Peer Lending ist ein wichtiger Teil der chinesischen FinTech (R)evolution. Die Fintechs in China sind sehr innovativ und haben mit dem Heimmarkt von 1.4 Mrd Personen einen grossen Vorteil. Daher erstaunt es nicht, dass die Mehrheit der 10 wertvollsten Fintech Firmen aus China stammt. FinTech in China: Eine Erfolgsgeschichte!